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Wie gelingt eine Dreischichtlackierung in der Karosserie? Methode, Marken und bewährte Praktiken

Wenn Präzision zur Kunst wird

Wenn ein Autolackierer ein perlmuttweißes oder kristallrotes Auto in die Werkstatt kommen sieht, weiß er sofort, was ihn erwartet: Zeit, Präzision... und eine gute Portion Fachwissen. Der Dreischichtlack, sowohl ästhetisch als auch technisch, kann schnell zum Albtraum werden, wenn er nicht beherrscht wird. Aber richtig aufgetragen, verwandelt er ein Fahrzeug buchstäblich und wertet die Arbeit des Lackierers auf.

Bei ColorBox haben wir gesehen, wie Karosseriebauer vor einem Renault Flammenrot oder einem Peugeot Blau Vertigo zurückschreckten. Doch mit der richtigen Methode und den richtigen Produkten kann dieser Lacktyp effektiv und mit Vertrauen aufgetragen werden.

 

Das Prinzip des Dreischichtlacks

Im Gegensatz zu den klassischeren Zweischichtlacken basiert der Dreischichtlack auf einem komplexeren Verfahren, das aus drei verschiedenen Schritten besteht. Zuerst wird eine opake Basis aufgetragen, oft weiß oder farbig. Dann folgt eine Zwischenschicht, die transluzent oder perlmuttartig ist und die gesamte chromatische Fülle verleiht. Schließlich wird ein schützender Klarlack aufgetragen, der das Ergebnis fixiert und dem Ganzen seinen Glanz verleiht.

Dieses Verfahren ermöglicht es, einzigartige visuelle Effekte zu schaffen, mit einer Tiefe und Farbintensität, die auf andere Weise kaum erreichbar sind. Dank dieses Systems bieten moderne Hersteller heute so dynamische Farben wie das leuchtende Rot von Mazda oder die perlmuttweißen Töne bei Toyota und Peugeot an.

 

Ikonische Farben, die unverzichtbar geworden sind

Ein Blick auf die aktuellen Fahrzeuge genügt, um festzustellen, dass Dreischichtlacke überall sind. Der Peugeot 208 oder 2008 in Blau Vertigo (Code ESM) zieht mit seinen intensiven bläulichen Reflexen sofort die Blicke auf sich. Bei Mazda ist der berühmte Farbton Soul Red Crystal (Code 46V) zu einem eigenständigen visuellen Markenzeichen geworden, mit einem tiefen Rot, das je nach Blickwinkel wechselt. Renault steht dem mit seinem Rouge Flamme (NMP) in nichts nach, das mittlerweile viele Mégane oder Captur ziert. Bei Toyota wird das Perlmuttweiß in zwei sehr ähnlichen Varianten (Codes 070 und 089) in den Baureihen Yaris, Corolla oder C-HR angeboten.

Diese Farben verleihen dem Fahrzeug einen Premium-Charakter, und die Kunden sind zunehmend empfänglich dafür. Deshalb erfordern Reparaturen in diesen Farben Genauigkeit, Verständnis der Produkte... und Methode.

 

Eine Technik, die von der verwendeten Lackmarke bestimmt wird

Die große Herausforderung beim Dreischichtlack besteht darin, dass es nicht nur eine richtige Methode gibt. Jeder Lackhersteller bietet seinen eigenen Ansatz mit seinen Nuancen an. Einige empfehlen, einen Farbstoff direkt in den Klarlack zu geben. Andere arbeiten ausschließlich mit wasserverdünnbaren Basen in aufeinanderfolgenden Schichten.

Im Fall eines Dreischichtlacks mit getöntem Klarlack beginnt man mit einer opaken Basis, die oft katalysiert wird. Dann bereitet man einen Klarlack vor, in den ein spezifischer Farbstoff der Marke eingearbeitet wird. Dieser getönte Klarlack wird in einer oder mehreren Schichten aufgetragen, je nach gewünschter Intensität, und schließlich wird eine klassische transparente Klarlackschicht zum Schutz aufgetragen. Diese Methode wird häufig für Candy-Rot oder einige tiefe Farbtöne verwendet, da sie eine schöne Modulation der Farbdichte ermöglicht.

Andere Marken bevorzugen einen sogenannten "Full Hydro"-Ansatz, der vollständig in einem wasserverdünnbaren Zyklus bleibt. Hier wird nach dem Auftragen einer hellen opaken Basis (oft weiß) eine Zwischenschicht aufgetragen, die aus einem Farbstoff besteht, der mit einer transparenten Basis gemischt ist. Der Karosseriebauer passt dann den Farbton an, indem er mehrere Schichten aufträgt, bis die gewünschte Tiefe erreicht ist. Sobald das gewünschte Ergebnis erreicht ist, wird ein klassischer, farbloser Klarlack aufgetragen, um den Farbton zu fixieren.

In beiden Fällen ist Genauigkeit der Schlüssel. Die Dicke der Zwischenschicht beeinflusst direkt den endgültigen Farbton. Eine Schicht zu viel oder im Gegenteil eine zu dünne Anwendung kann schnell zu einem sichtbaren Unterschied zwischen einem reparierten Teil und dem Rest des Fahrzeugs führen.

Die Lackmarken, die den Dreischichtlack beherrschen

Nicht alle Marken sind gleich, wenn es darum geht, die komplexen Formulierungen von Dreischichtlacken zu handhaben. Einige haben es geschafft, ihre Technologie anzupassen, um den aktuellen Anforderungen der Hersteller und Reparaturbetriebe gerecht zu werden.

Cromax bietet beispielsweise einen sehr strukturierten Ansatz mit seinem ChromaSystem, das in vielen autorisierten Zentren verwendet wird. Bei Standox schätzt man die farbliche Stabilität, insbesondere bei Perlmutt- und dunklen Rottönen. PPG ist mit seiner Nexa Autocolor-Reihe besonders leistungsfähig bei japanischen Farbtönen (Toyota, Mazda), insbesondere dank seines Know-hows in wasserverdünnbaren Systemen. Schließlich bietet Glasurit, bekannt für seine Premium-Reihe, Formulierungen, die den Originalfarbtönen der Hersteller sehr nahekommen, mit spektakulären visuellen Effekten.

Unsere Tipps für ein perfektes Ergebnis

Ein Dreischichtlack improvisiert sich nicht. Jedes Detail zählt, von der Vorbereitung bis zur letzten Klarlackschicht. Die erste Regel, die es zu beachten gilt, ist, das technische Datenblatt des Herstellers genau zu befolgen. Die Verdunstungszeiten, die Verdünnung, das Verhältnis der Farbstoffe, alles ist kodifiziert, und jede Abweichung kann zu einem sichtbaren Unterschied im Farbton führen.

Es ist auch wichtig, in einer gut beleuchteten Umgebung zu arbeiten. Eine Kabine mit normgerechter Beleuchtung ermöglicht es, die chromatischen Feinheiten besser wahrzunehmen, insbesondere beim Auftragen der Zwischenschicht. Der Einsatz einer Tageslichtlampe (6500 K) wird dringend empfohlen.

Bevor Sie an einem endgültigen Teil arbeiten, machen Sie immer einen Test auf einer Platte oder einem Musterpanel. Dies ermöglicht es Ihnen, den erzielten Farbton zu validieren und bei Bedarf die Intensität der farbigen Zwischenschicht anzupassen.

Denken Sie schließlich daran, dass ein teilweiser Anschluss bei einem Dreischichtlack oft riskant ist. Die beste Option ist in der Regel, ein ganzes Teil oder eine Seite des Fahrzeugs neu zu lackieren, um die visuelle Homogenität zu gewährleisten.

Ein anspruchsvoller, aber lohnender Lack

Es stimmt, dass sich einige Techniker sagen, dass sie zwei Tage brauchen werden, wenn ein Fahrzeug mit einem Dreischichtlack in die Karosserie kommt. Doch mit den richtigen Reflexen wird diese Art von Arbeit zu einer Demonstration von Fachwissen. Der Dreischichtlack ist die Gelegenheit, sich abzuheben, die Feinheit der Ausführung zu zeigen und einen Kunden mit einem Ergebnis zu begeistern, das einer Herstellerlackierung würdig ist.

Es ist eine Technik, die Zeit, Methode und eine perfekte Beherrschung der Werkzeuge erfordert. Aber es ist auch das, was es ermöglicht, außergewöhnliche Oberflächen anzubieten und einen soliden Ruf in der Branche aufzubauen.

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